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Alles sei eines Irrsinns Spiel, faßt der Erzähler in einem Ausruf das zu Ende gehende Jahrhundert zusammen, das er von einer Leipziger Bombennacht im Dezember 1944 bis zu einem Augusttag des Jahres 1999, einem Tag der Sonnenfinsternis, begleitet. Im Verein mit einer üppig besetzten Figurengalerie von Mitschülern, Lehrern, Soldaten, treuen und untreuen Frauen und Männern, Politikern, Kirchenmännern, Personen aus Literatur und Kunst, Verbrechern und Helden vollzieht sich, zwischen wechselnden Ideologien, die Erkundung unserer merkwürdigen Welt.
Zwei Protagonisten haben es dem Erzähler besonders angetan. Eine Großmutter aus Spanien, die in ihrer Sprachlosigkeit über die opernreifen Kriege ihrer Jugend zur Ikone der Trauer wird. Und Alfredo, einer ihrer Söhne, ein Mann zwischen den Fronten: Legion Condor, Doppelagent, der nach dem Kriege mit Adolf Galland sich in abenteuerlicher U-Bootfahrt nach Argentinien absetzt, nach seiner Rückkehr nach Europa verhaftet wird, durch Vermittlung des Liebhabers seiner Schwester entkommt und von allen verlassen stirbt. Grandiose Doppelspiele, wechselnde Zeiten und Plätze begleiten das alte Spiel von der Suche nach der verlorenen Zeit in, darf man so dazu sagen?, einem amerikanischen Jahrhundert, das von sowjetischen Truppen flankiert wird.
Fritz Rudolf Fries wurde 1936 in Bilbao (Spanien) als Sohn eines deutschen Kaufmanns geboren. 1942 siedelte die Familie nach Leipzig über. Er studierte Anglistik und Romanistik in Leipzig und arbeitete im Anschluß als Übersetzer und Dolmetscher. Von 1960-1966 arbeitete er als Assistent an der Akademie der Wissenschaften in Berlin, DDR. 1972 wurde er Mitglied des Pen-Zentrums der DDR und kurz darauf in dessen Präsidium gewählt. Nach der Wiedervereinigung wurde er Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung Darmstadt sowie der Akademie der Künste Berlin-Brandenburg.
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